Die Unterlagen, die jeder Verkauf braucht
Diese fünf gehören zu jedem Objekt. Fehlt eines, stockt die Finanzierung des Käufers — und zwar Wochen vor dem Notartermin bei seiner Bank.
- Grundbuchauszug, nicht älter als drei Monate, über das zuständige zentrale Grundbuchamt beim Amtsgericht. Die Grundakten in Papierform lagern im Grundbuchzentralarchiv Baden-Württemberg in Kornwestheim.
- Flurkarte und Flächennachweis aus dem Liegenschaftskataster — und der Abgleich mit dem Grundbuch. Weichen die Flächen voneinander ab, muss das vor der Vermarktung geklärt sein und nicht beim Notar auffallen.
- Bauakte und Baugenehmigungen bei der Stadt Ludwigsburg, mit Ausweis und Eigentumsnachweis, gegen Gebühr. Bei Umbauten die Frage, ob alles genehmigt war.
- Grundrisse mit Flächenberechnung, oft in der Bauakte. Fehlen sie, erstellen wir sie.
- Energieausweis nach § 87 GModG, spätestens zur Besichtigung, Pflichtangaben schon in der Anzeige. Bei erfolgreichem Verkauf über iMMo75 übernehmen wir ihn.
Zusätzlich bei einer Eigentumswohnung
Bei Gebäuden der 1960er und 1970er Jahre, von denen es in der Oststadt und in Grünbühl-Sonnenberg viele gibt, fragt heute jede finanzierende Bank nach diesen Papieren — und zwar zuerst.
- Teilungserklärung mit Aufteilungsplan
- Wirtschaftsplan und die Jahresabrechnungen der letzten drei Jahre
- Höhe der Instandhaltungsrücklage
- Protokolle der letzten drei Eigentümerversammlungen — dort steht, ob eine Sanierung beschlossen und noch nicht bezahlt ist
- Name und Anschrift der Verwaltung
Zusätzlich bei besonderen Fällen
Stellplatz: In einer barocken Planstadt mit engen Blöcken ist er knapp und ein eigener Verhandlungsposten. Gehört er dazu, gehört der Nachweis in die Unterlagen und die Angabe in die Anzeige.
Vermietet: Mietverträge samt Nachträgen, Mietenaufstellung, Nebenkostenabrechnungen der letzten drei Jahre, Nachweise über die Kautionen. Dazu der Abstand der Ist-Miete zum qualifizierten Mietspiegel — daran rechnet der Käufer.
Lage zum Neckar: In Hoheneck, Neckarweihingen und Poppenweiler lohnt die Punktabfrage in der amtlichen Hochwassergefahrenkarte. Was Sie über Wasser im Keller wissen, gehört in die Unterlagen.
Rückstau: Was in der dicht bebauten Kernstadt häufiger vorkommt als Flusshochwasser. Ist eine Rückstauklappe oder Hebeanlage eingebaut, ist das ein Argument — fehlt sie, sollte der Käufer es wissen.
Wenn Sie geerbt haben: Ludwigsburg, aber nicht für die Nachbarstadt
Zum Verkauf einer geerbten Immobilie brauchen Sie einen Erbschein oder ein notarielles Testament mit Eröffnungsprotokoll. Ausgestellt wird er vom Nachlassgericht.
Für Ludwigsburg ist das das Amtsgericht Ludwigsburg. Sein Bezirk umfasst den südlichen Landkreis mit dreizehn Gemeinden: Asperg, Ditzingen, Freiberg am Neckar, Gerlingen, Hemmingen, Korntal-Münchingen, Kornwestheim, Ludwigsburg, Markgröningen, Möglingen, Pleidelsheim, Remseck am Neckar und Schwieberdingen.
Was überrascht: Bietigheim-Bissingen gehört nicht dazu. Obwohl die Stadt im selben Landkreis liegt, laufen Nachlasssachen dort beim Amtsgericht Besigheim. „Landkreis Ludwigsburg" und „Amtsgerichtsbezirk Ludwigsburg" sind also nicht dasselbe — wer für eine geerbte Immobilie im Kreis das falsche Gericht anschreibt, verliert Wochen.
Und maßgeblich ist nach § 343 FamFG der letzte gewöhnliche Aufenthalt des Erblassers, nicht der Ort der Immobilie. Wo Ihr Fall liegt, hängt am letzten Wohnsitz, nicht am Haus.
Was wir übernehmen
Beim ersten Gespräch gehen wir die Liste gemeinsam durch und halten fest, was Sie schon haben. Was fehlt, besorgen wir.
Grundrisse erstellen wir, wenn keine da sind. Den Energieausweis stellt Evelyn Stumpp aus, bei erfolgreichem Verkauf auf unsere Kosten. Bauakteneinsicht, Flurkarte und die Unterlagen der Verwaltung fragen wir an. Den Grundbuchauszug müssen Sie selbst beantragen.
Der Rat, der hier am meisten Zeit spart: Lassen Sie die Fläche früh abgleichen. Eine Abweichung zwischen Kataster und Grundbuch ist in einer Stadt mit vielen älteren Grundstücken keine Seltenheit, und sie fällt sonst in der Woche vor dem Notartermin auf.
